dcsimg Amager Bakke – Hocheffiziente Waste-to-Energy-Anlage mit Erholungswert - Ramboll
    
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Credit: BIG-Bjarke Ingels Group/Glessner and Amager Ressourcecenter
Image: BIG-Bjarke Ingels Group/Glessner and Amager Ressource Center
Projektdaten
Kunde: Amager Ressource Center
Architekten: BIG-Bjarke Ingels Group
Projektabschluss: 2017

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Amager Bakke – Hocheffiziente Waste-to-Energy-Anlage mit Erholungswert

Kopenhagen, Dänemark ¤

Viele europäische Länder haben sich zum Ziel gesetzt, ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen für die Erzeugung von Strom und Wärme zu reduzieren. Bis dahin wird ihre Energieversorgung jedoch noch für Jahrzehnte zu einem Großteil auf fossilen Brennstoffen beruhen.

Müllverbrennungsanlagen, die Energie aus Abfall gewinnen, tragen daher auch weiterhin einen großen Beitrag, um die Klima- und Energieeffizienzziele zu erreichen. Mitten im Zentrum Kopenhagens gelegen, gilt die Anlage als ein wichtiger Baustein, um zukünftig 550.000 Menschen mit kohlenstoffarmer Energie und 140.000 Haushalte mit Fernwärme zu versorgen.

Als federführende Ingenieurgesellschaft half Ramboll dem Betreiber Amager Resource Centre (ARC), die Energieausbringung auf Rekordhöhen zu steigern und zugleich die Emissionen weit unter die Grenzwerte abzusenken. Innovative Umweltschutztechnologien wie etwa selektive katalytische Reduktion am Frontend und nasse Rauchgasreinigung sorgen für ein grünes Profil auf höchstem Niveau.

Strom, Wärme und sauberes Wasser

Das Blockheizkraftwerk kann über 400.000 Tonnen Abfall jährlich verarbeiten. Anlagen zur Rauchgaskondensierung und Wärmepumpen optimieren die Wärmeerzeugung. Entsprechend wird die Netto-Gesamtenergieeffizienz in Höhe von 107% von Amager Bakke zu den weltweit höchsten für eine Müllverbrennungsanlage zählen. Darüber hinaus besteht ein hohes Recycling- und Verwertungspotenzial.

„Teil dieses Projekts war ein umfassender Prozess der Technologieprüfung. Ramboll hat dabei eine Vielzahl technischer Lösungen erkundet und ein Profil mit sehr hoher Energierückgewinnung sowie einer hochmodernen Rauchgasreinigung entwickeln können“, erklärt Projektleiterin Dorthe Lærke.

Die neue Anlage kann Energie für zwei verschiedene Zwecke bereitstellen: Heißwasser für drei verschiedene Fernwärmenetze sowie Strom. Zusätzlich können 15-20% der angelieferten Abfälle im Straßenbau wiederverwendet werden.

Skifahren in der Stadt

Der attraktive Bonus der Anlage: vier integrierte Skipisten sowie Kletterwände, auf denen die Anwohner ihre Freizeit verbringen können. Für den Entwurf zeichnet die Bjarke Ingels Group (BIG) verantwortlich. Amager Bakke liegt direkt neben einer bestehenden Anlage des ARC sowie in der Nähe zu einem neuen Wohngebiet, zur Oper und zum königlichen Palast. Daraus ergibt sich die Chance, dass Amager Bakke ein integraler Bestandteil des städtischen Umfelds wird.

„Tatsächlich sind es die Bürger Kopenhagens, die am meisten von dieser Anlage profitieren werden. Sie erhalten günstigeren, nachhaltigeren Strom und ebensolche Fernwärme sowie recycelte Materialien – mindestens für die nächsten 20 Jahre. Und außerdem können sie die prächtige Aussicht von ganz oben genießen“, so Dorthe Lærke.

Straßenbau mit Asche

Optimales Ressourcenmanagement ist ein wichtiges Thema der Abfallwirtschaft. Im Fall von Amager Bakke bietet der Verbrennungsprozess die Chance, Ressourcen zu verwerten, die andernfalls recycelt werden müssten. Die Schlacke kann im Straßenbau und für ähnliche bauliche Zwecke verwendet werden, die strengsten Anforderungen an Schwermetallgehalt und Auslaugverhalten unterliegen. So ersetzt sie natürliche Rohstoffe mit ähnlicher Beschaffenheit, wie Sand und Kies.

Beratung in allen Projektphasen

Die Planungen für die 530 Mio. EUR teure Müllverbrennungsanlage begannen im Oktober 2009. Ramboll war von Anfang an beteiligt. Unser Team aus Energie-Experten steuerten Projektplanung und -definition, Entwurfsplanung, Ausschreibung, Projekt- und Vergabemanagement, Bauüberwachung sowie Inbetriebnahme bei. Wir übernahmen unter anderem die maschinen- und elektrotechnische Ausrüstung (M&E) der neuen Anlage. Diese wurde auf fünf Teilprojektaufträge unter Überwachung und Koordination von Ramboll verteilt.

Als Technologieanbieter sind Babcock & Wilcox Vølund (Ofen/Kessel), Siemens Danmark A/S (Turbine/Generator und CMS/Elektrosystem) sowie LAB, Frankreich (Rauchgasreinigung) tätig.

Die neue Anlage wird 2017 eingeweiht.

Zum Auftraggeber

Das Amager Resource Center (ARC) ist eine Gesellschaft im Kommunalverbund im Besitz von fünf Kommunen der Hauptstadtregion Kopenhagen. Das Unternehmen erhält und verarbeitet den Abfall von rund 550.000 Bewohnern der Stadt und 45.000 Unternehmen, dafür versorgt es die Stadt mit recycelten Materialien, Strom und Fernwärme.

Die Müllverbrennungsanlage Amager Bakke ersetzt die bestehende Abfallaufbereitungsanlage von ARC, die inzwischen über 40 Jahre alt ist. Sie verursacht hohe Instandhaltungskosten, weist eine eher mäßige Energieeffizienz auf und wird den heutigen Arbeitsgesundheits- und Arbeitssicherheitsstandards nicht mehr gerecht.

 

Martin Brunner
Martin Brunner
Bereichsleiter Energie aus Abfall Deutschland/Schweiz
Telefon+41 44 500 35 80
E-Mailmartin.brunner@ramboll.ch