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Neue Wege für Regenwasser

Die Kombination technischer Exzellenz und blau-grüner Infrastruktur macht Projekte zur Klimaanpassung effizienter.
 

Der Klimawandel bringt auf der ganzen Welt intensiveren Starkregen, Stürme und Hurrikane mit sich. Wirksame Anpassungen an diese neuen Gegebenheiten erscheinen selten günstig. Klimaprojekte können jedoch auch kosteneffizient sein – insbesondere, wenn sie technische Exzellenz mit sogenannter blau-grüner Infrastruktur (BGI) vereinen. Diese beiden „Zutaten“ helfen dabei, urbane und städtische Herausforderungen durch Bauen im Einklang mit der Natur zu überwinden.

Ramboll arbeitet weltweit bereits an vielen Projekten nach dieser Formel – von Kopenhagen und anderen nordischen Hauptstädten bis hin zu Megacities wie Singapur oder New York.

In zwei weiteren amerikanischen Städten befinden sich ebenfalls Projekte in der Umsetzung. In Washington, DC, lässt die Energie- und Umweltbehörde (Department of Energy and Environment) die potenziellen Auswirkungen einer Überschwemmung durch den Potomac River angesichts steigender Meeresspiegel, vermehrter Sturmfluten und extremer Regenfallmengen abschätzen.

Ramboll hat dort anhand hochentwickelter hydraulischer Modellierungen aufgezeigt, dass der für Sturmfluten und den Anstieg der Meeresspiegel geplante Resilienzgrad künftige Überschwemmungen nur geringfügig reduzieren wird.

„Wir führen derzeit eine Kosten-Nutzen-Analyse des aktuell vorgeschlagenen Schutzniveaus und des empfohlenen höheren Schutzniveaus durch. So wollen zeigen, dass eine Stärkung der gegenwärtigen Resilienz, nicht nur geringere Risiken, sondern auch einen Mehrwert mit sich bringt”, so die Projektleiterin von Ramboll, Trine Munk.

Die vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen für den Fluss sind ein Mix aus grauer Infrastruktur und BGI. Der Mehrwert entsteht unter anderem durch eine Erweiterung der bestehenden Uferpromenade, zusätzlichen Grünflächen, einem Konzept für ein belebtes Ufer und einen besseren Zugang.

Durch externe Experten genehmigt

Der BGI-Ansatz sieht vor, Straßen dafür zu nutzen Regenwasser direkt in Parks und Plätze umzuleiten. Dort kann es aufgefangen oder gespeichert werden. Während alltäglicher Niederschläge verbessert BGI die Qualität des Wassers wirksam und hilft, die Überflutung sorgfältig ausgewählter Auffangbereiche bei Extremwetterereignissen zu steuern. 

2016 wurde die BGI von unabhängigen Experten der National University of Singapore, der Zeppelin Universität in Deutschland, der Graduate School of Design der Harvard University und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) ausgezeichnet. Die Experten hatten zu einer Studie unter Führung von Rambolls Liveable Cities Lab beigetragen. Hier wurden die vielfältigen, miteinander zusammenhängenden Vorteile aufgezeigt, die BGI häufig kosteneffizient machen. 

Pethmano Phannavong, Hochwasserrisikomanager aus Washington, DC, ist von den Beiträgen Rambolls und der Stadt Kopenhagen zum Potomac-River-Projekt überzeugt: „Wir brauchen Kooperationen dieser Art, um unsere Städte widerstandsfähiger zu machen“, so Pethmano Phannavong.

Regenwassermanagement in Miami

Auch das Miami-Dade County ist auf der Suche nach kosteneffizienten Ansätzen für das Management von Regenwasser.

In einem Ideenwettbewerb konnte Rambolls Liveable Cities Lab mit seinem Vorschlag punkten, BGI mit der Biofiltrationstechnologie des Partners FocalPoint zu kombinieren. Diese Technik löst mit Hilfe chemischer und biologischer Mechanismen von Böden, Pflanzen und Mikroorganismen die typischen Schadstoffe aus dem ablaufenden Regenwasser heraus.

Jim Murley, Chief Resilience Officer der Behörde für Regulierung und wirtschaftliche Ressourcen (Regulatory and Eonomic Resources Department), erläutert: „Wir waren besonders davon beeindruckt, dass die Initiative den Schwerpunkt auf neue Wege für das Regenwassermanagement mit Hilfe der blau-grünen Infrastruktur legt. Außerdem gefällt uns die Kostenwirksamkeit, weil diese ein wesentliches Element jedes Ansatzes darstellt.“

Unzureichender Versicherungsschutz

Nach den Wirbelstürmen, die die USA diesen Herbst heimgesucht haben, zeigte sich, dass viele Amerikaner nicht ausreichend gegen extreme Wetterereignisse versichert sind – nicht zuletzt, weil die Anreize dafür nicht stark genug sind. Versicherungen und Schadenvermeidung sind auch in der EU alles andere als optimal, zeigt eine neue Studie, die Ramboll und das Institut für Umweltstudien der Vrije Universiteit, Amsterdam, für die Europäische Kommission vorgenommen haben.

Zu den Hauptproblemen zählt, dass EU-Länder beim Setzen von Anreizen für die Signalisierung oder Reduzierung von Risiken schwach abschneiden. In den Haushalten fehlt es an einem ausreichenden Bewusstsein dafür, wie sinnvoll eine Versicherung gegen extreme Wetterereignisse ist. Viele sind auch nicht bereit, die heutigen Beitragssätze zu zahlen.
(Quelle: Insurance of weather and climate-related disaster risk. Ramboll et al. Juli 2017.)

Kontakt

Trine Stausgaard Munk
Trine Stausgaard Munk
Project Manager
Telefon+45 5161 2827
E-Mailtrsv@ramboll.dk